Brandschutz bei E-Mobilität und Ladeinfrastruktur: Risiken, Vorschriften und sichere Lösungen für Unternehmen

Inhaltsverzeichnis

Brandschutz bei E-Mobilität wird für Unternehmen zunehmend zu einem zentralen Thema.

Die Elektromobilität wächst rasant – und mit ihr die Anzahl an Elektroautos, Ladepunkten und betrieblichen Ladelösungen. Themen wie E-Auto kaufen, E-Auto Leasing, E-Auto Förderung oder die Reichweite von E-Autos sind aktuell stark gefragt und treiben die Entwicklung in Unternehmen und im privaten Bereich gleichermaßen voran. Viele Arbeitgeber reagieren bereits darauf und schaffen eigene Ladeinfrastruktur für Mitarbeitende – sei es durch Wallboxen auf dem Firmengelände, Ladepunkte in Tiefgaragen oder Parkhäusern. Das Laden von Elektrofahrzeugen am Arbeitsplatz wird zunehmend zum Standard und ist häufig sogar Teil moderner Arbeitgeberleistungen.

Was dabei jedoch oft unterschätzt wird: Mit der zunehmenden Verbreitung von Lithium-Ionen-Akkus entstehen auch neue Anforderungen an den Brandschutz. Ein E-Auto-Brand oder ein Akku-Brand verläuft anders als ein klassischer Fahrzeugbrand – und genau hier entstehen in vielen Unternehmen gefährliche Lücken.

Dieser Artikel zeigt Ihnen praxisnah und verständlich, welche Risiken durch E-Autos, E-Bikes und Ladeinfrastruktur entstehen, welche Vorschriften Unternehmen beachten müssen und welche konkreten Brandschutzmaßnahmen sinnvoll und notwendig sind. Ziel ist es, Ihnen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Ihnen auch klare Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben, damit Sie Ihr Unternehmen sicher und zukunftsfähig aufstellen.

Warum der Brandschutz bei E-Mobilität immer wichtiger wird

Die Einführung von Elektromobilität im Unternehmen ist weit mehr als nur die Anschaffung neuer Fahrzeuge. Mit dem Aufbau von Ladeinfrastruktur – also Wallboxen, Ladesäulen und Ladepunkten – verändert sich die gesamte Gefährdungssituation im Betrieb.

Während klassische Fahrzeuge vor allem durch Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel Risiken mit sich bringen, stehen bei Elektrofahrzeugen die Energiespeicher im Fokus. Lithium-Ionen-Akkus speichern große Energiemengen auf engem Raum – und genau das macht sie im Brandfall so besonders.

Brandschutz bei e-mobilität

Gleichzeitig entstehen im betrieblichen Alltag neue Nutzungsszenarien. Mitarbeitende laden ihre Elektrofahrzeuge während der Arbeitszeit, häufig werden mehrere Fahrzeuge parallel geladen und Ladepunkte befinden sich nicht selten in Tiefgaragen oder anderen geschlossenen Bereichen. Zusätzlich wächst die elektrische Infrastruktur im Unternehmen kontinuierlich. Diese Entwicklungen führen dazu, dass bestehende Brandschutzkonzepte häufig nicht mehr ausreichen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Ladeinfrastruktur „einfach ergänzt“ wurde – ohne die Auswirkungen auf den Brandschutz ganzheitlich zu berücksichtigen.

Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen in Ladeinfrastruktur investieren – sei es aus Gründen der Nachhaltigkeit, als Arbeitgeberleistung oder zur Unterstützung der eigenen Fahrzeugflotte. Häufig wächst die technische Ausstattung jedoch schneller als die dazugehörigen organisatorischen Brandschutzmaßnahmen.

Brandrisiken bei E-Autos und Lithium-Ionen-Akkus

Ein Brand eines Elektrofahrzeugs unterscheidet sich in mehreren entscheidenden Punkten von einem klassischen Fahrzeugbrand. Der zentrale Faktor ist dabei der verbaute Lithium-Ionen-Akku. Kommt es zu einer Beschädigung oder einem technischen Defekt, kann es zum sogenannten „thermischen Durchgehen“ kommen. Dabei handelt es sich um eine Kettenreaktion innerhalb des Akkus, bei der sich einzelne Zellen selbstständig weiter erhitzen und entzünden. Dieser Prozess ist nur schwer zu stoppen und kann sich über einen längeren Zeitraum entwickeln.

Typisch für einen Akku-Brand sind sehr hohe Temperaturen sowie eine ungewöhnlich lange Branddauer. Selbst nach dem scheinbaren Erlöschen besteht weiterhin die Gefahr einer Rückzündung, sodass es auch Stunden später erneut zu einem Brand kommen kann. Besonders kritisch ist zudem die starke Rauchentwicklung, bei der giftige Gase freigesetzt werden, die eine erhebliche Gefahr für Personen darstellen.

Ein besonderer Aspekt bei Akku-Bränden ist, dass sie sich auch zeitverzögert entwickeln können – beispielsweise infolge eines Unfalls oder einer Beschädigung des Akkus. Fahrzeuge werden in solchen Fällen häufig zunächst unauffällig abgestellt, bevor es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Brand kommt.

Auch kleinere Energiespeicher wie E-Bike-Akkus oder Geräteakkus stellen ein relevantes Risiko dar – insbesondere dann, wenn sie unsachgemäß geladen, gelagert oder bereits beschädigt sind.

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Besondere Herausforderungen in Tiefgaragen und Parkhäusern

Tiefgaragen und Parkhäuser stellen im Zusammenhang mit der Elektromobilität eine der größten brandschutztechnischen Herausforderungen dar. Während viele bestehende Anlagen ursprünglich für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor konzipiert wurden, verändert die zunehmende Nutzung von Elektrofahrzeugen die Risikobewertung.

Bauliche Herausforderungen im Brandschutz von Tiefgaragen und Parkhäusern

Grundsätzlich sind Brände in Tiefgaragen und Parkhäusern immer mit besonderen Herausforderungen verbunden – unabhängig davon, ob es sich um ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor oder ein Elektrofahrzeug handelt. Enge Platzverhältnisse, eingeschränkte Zugänglichkeit und eine oft begrenzte Belüftung erschweren die Brandbekämpfung und begünstigen die Ausbreitung von Rauch und Hitze.

Besonderheiten beim Brandschutz bei E-Mobilität

Beim Brand eines Elektroautos können jedoch zusätzliche Besonderheiten auftreten. Dazu zählen unter anderem eine teilweise längere Branddauer, sehr hohe Temperaturen sowie die höhere Wahrscheinlichkeit eines erneuten Aufflammens. Auch die Rauchentwicklung kann je nach Brandverlauf erheblich sein.

Hinzu kommt, dass viele bestehende Parkhäuser und Tiefgaragen ursprünglich nicht für die gleichzeitige Nutzung mehrerer Ladepunkte ausgelegt wurden. In der Praxis wird Ladeinfrastruktur häufig nachträglich installiert, ohne dass die bestehenden Brandschutzkonzepte umfassend überprüft oder angepasst werden.

Typische Fehler bei Ladeinfrastruktur und Brandschutz im Unternehmen

In der Praxis zeigt sich häufig, dass Ladeinfrastruktur installiert wird, ohne die Auswirkungen auf bestehende Brandschutzmaßnahmen ausreichend zu berücksichtigen. Besonders betroffen sind dabei Flucht- und Rettungswege, Brandabschnitte oder bestehende Konzepte zur Entrauchung. Gerade in diesen Bereichen ist es entscheidend, bestehende Brandschutzkonzepte zu überprüfen und bei Bedarf gezielt anzupassen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die zusätzliche Ladeinfrastruktur nicht zu neuen Risiken führt.

➡️ Mehr zu den Anforderungen an Flucht- und Rettungswege erfahren Sie in unserem Artikel:
Flucht- und Rettungswege nach ASR A2.3: Anforderungen, Planung und gesetzliche Pflichten für Unternehmen

Ladeinfrastruktur im Unternehmen – häufig unterschätzte Risiken

Brandschutz bei e-mobilität ladesäule

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen wächst auch der Ausbau von Ladeinfrastruktur in Unternehmen. Immer mehr Betriebe installieren Wallboxen und Ladepunkte, um Mitarbeitenden oder der eigenen Fahrzeugflotte das Laden von Elektrofahrzeugen zu ermöglichen. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden mittlerweile zudem die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge während der Arbeitszeit zu laden. Dadurch entstehen jedoch auch neue brandschutztechnische Anforderungen, die bei der Planung und Nutzung der Ladeinfrastruktur berücksichtigt werden sollten.

In der Praxis entstehen dabei unterschiedliche Herausforderungen. Häufig werden mehrere Fahrzeuge gleichzeitig geladen, Ladepunkte befinden sich in geschlossenen Bereichen wie Tiefgaragen und es fehlen klare Regelungen für den sicheren Betrieb der Ladeinfrastruktur. Besonders relevant ist dabei die Verbindung zwischen privater Nutzung und betrieblicher Infrastruktur. Mitarbeitende laden ihre Elektrofahrzeuge oder Akkus im Unternehmen, wodurch der Ladevorgang Teil der betrieblichen Abläufe wird und im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden sollte.

In der Praxis zeigt sich häufig, dass Ladeinfrastruktur installiert wird, ohne bestehende Brandschutzmaßnahmen entsprechend anzupassen. Dabei fehlen beispielsweise angepasste Gefährdungsbeurteilungen, klare organisatorische Regelungen oder regelmäßige Unterweisungen der Mitarbeitenden. Auch die Integration der Ladeinfrastruktur in bestehende Brandschutzkonzepte wird häufig nicht ausreichend berücksichtigt.

Gerade diese organisatorischen Maßnahmen sind jedoch entscheidend, um Risiken frühzeitig zu erkennen und einen sicheren Betrieb der Ladeinfrastruktur im Unternehmen zu unterstützen.

Ist Ihr Unternehmen bereits auf die Anforderungen der E-Mobilität vorbereitet?

Ladeinfrastruktur und Lithium-Ionen-Akkus verändern die Anforderungen an den betrieblichen Brandschutz. Wir unterstützen Sie dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und passende Schutzmaßnahmen umzusetzen.

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Vorschriften und Regelwerke für den Brandschutz bei E-Mobilität

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Auch wenn die Elektromobilität ein vergleichsweise neues Thema ist, greifen im Brandschutz bereits zahlreiche bestehende Vorschriften und Regelwerke, die Unternehmen beachten müssen.

Zu den wichtigsten Grundlagen zählen:

Sie verpflichtet Arbeitgeber dazu, Arbeitsstätten so einzurichten und zu betreiben, dass keine Gefährdungen für Beschäftigte entstehen. Das betrifft auch Ladebereiche und Parkflächen.

➡️ Mehr dazu in unserem Artikel:
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) – Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte

Asr a 2. 2 maßnahmen gegen brände als pdf herunterladenDiese Regel konkretisiert die Anforderungen an den Brandschutz in Arbeitsstätten. Sie gibt unter anderem Hinweise zur Ausstattung mit Feuerlöschern, zur Organisation des Brandschutzes und zu notwendigen Maßnahmen zur Brandvermeidung.

➡️ Weitere Informationen finden Sie hier:
ASR A2.2 – Maßnahmen gegen Brände

Flucht- und rettungswege

Die ASR A2.3 konkretisiert die Anforderungen an Flucht- und Rettungswege in Arbeitsstätten. Gerade im Zusammenhang mit Ladeinfrastruktur in Tiefgaragen, Parkhäusern oder Gebäuden ist sicherzustellen, dass Fluchtwege jederzeit nutzbar bleiben und durch Ladeeinrichtungen, abgestellte Fahrzeuge oder zusätzliche technische Anlagen nicht beeinträchtigt werden.

Besonders im Brandfall spielen gut geplante und eindeutig gekennzeichnete Flucht- und Rettungswege eine entscheidende Rolle, um Personen schnell und sicher aus gefährdeten Bereichen zu führen.

➡️ Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel:
Flucht- und Rettungswege nach ASR A2.3: Anforderungen, Planung und gesetzliche Pflichten für Unternehmen

Diese Information bietet praxisnahe Hinweise zur Organisation des Brandschutzes im Unternehmen und ist eine wichtige Grundlage für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen.

➡️ Mehr dazu:
Betrieblicher Brandschutz nach DGUV 205-001

DGUV Information 205-041 - Brandschutz beim Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien

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Die DGUV Information 205-041 beschäftigt sich mit den besonderen Brandrisiken von Lithium-Ionen-Batterien und gibt praxisnahe Hinweise zu Schutzmaßnahmen im betrieblichen Alltag. Thematisiert werden unter anderem die sichere Nutzung, Lagerung und das Laden von Akkus sowie geeignete Maßnahmen zur Brandvermeidung.

Gerade im Zusammenhang mit E-Mobilität und Ladeinfrastruktur liefert die DGUV wichtige Empfehlungen für Unternehmen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete organisatorische sowie technische Maßnahmen umzusetzen.

VdS-Richtlinien

Auch verschiedene VdS-Richtlinien beschäftigen sich mittlerweile mit den Risiken von Lithium-Ionen-Batterien und Ladeinfrastruktur. Sie geben Unternehmen praxisnahe Empfehlungen zur Schadenverhütung und unterstützen dabei, geeignete organisatorische und technische Brandschutzmaßnahmen umzusetzen.

Besonders relevant sind dabei z. B. die VdS 3471 (PDF) und die VdS 3103 (PDF), die sich unter anderem mit den Gefahren von Lithium-Ionen-Batterien, dem sicheren Laden und der Lagerung sowie dem Umgang mit beschädigten Akkus befassen.

Gerade bei der Planung neuer Ladebereiche oder der Nachrüstung bestehender Gebäude können diese Richtlinien eine hilfreiche Orientierung bieten.

Garagenverordnungen der Bundesländer

Auch die Garagenverordnungen beziehungsweise Garagen- und Stellplatzverordnungen der Bundesländer spielen beim Brandschutz von Garagenanlagen, Parkhäusern und Stellplätzen eine wichtige Rolle. Sie enthalten unter anderem Vorgaben zu Fluchtwegen, Lüftung, Brandabschnitten und technischen Sicherheitseinrichtungen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektromobilität und Ladeinfrastruktur gewinnen diese Anforderungen zusätzlich an Bedeutung. Gerade bei der Nachrüstung von Ladepunkten sollten bestehende Brandschutzkonzepte überprüft und an die veränderte Nutzung angepasst werden.

Technische Brandschutzmaßnahmen für Ladebereiche und Parkflächen

Neben organisatorischen Maßnahmen spielt auch der technische Brandschutz eine zentrale Rolle, wenn es um den sicheren Betrieb von Ladeinfrastruktur geht. Gerade in Bereichen wie Tiefgaragen, Parkhäusern oder geschlossenen Ladezonen können geeignete technische Einrichtungen entscheidend dazu beitragen, Brände frühzeitig zu erkennen und deren Auswirkungen zu begrenzen.

Brandmeldeanlagen: Besonderheiten beim Brandschutz bei E-Mobilität

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die frühzeitige Branddetektion. Moderne Brandmeldeanlagen erkennen Rauch- oder Wärmeentwicklung und lösen automatisch Alarm aus. Gerade bei einem Brand eines Elektroautos kann dies entscheidend sein, da sich ein Brand schnell entwickelt und frühzeitig Maßnahmen eingeleitet werden müssen.

➡️ Mehr dazu in unserem Artikel:
Brandmeldeanlagen: Pflicht, Vorschriften & Vorteile für Unternehmen

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Ebenso wichtig ist die Rauch- und Wärmeableitung. Rauch stellt im Brandfall häufig die größte Gefahr dar – insbesondere in geschlossenen Bereichen wie Tiefgaragen. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) sorgen dafür, dass Rauch gezielt abgeführt wird und Flucht- und Rettungswege nutzbar bleiben.

➡️ Weitere Informationen:
RWA (Rauch- und Wärmeabzugsanlagen): Betrieb, Wartung und Betreiberpflichten verständlich erklärt

Geeignete Feuerlöscher bei E-Auto- und Akku-Bränden

Brandklassen tabelle feuerlöscherAuch die richtige Ausstattung mit Feuerlöschern ist entscheidend. Dabei ist zu beachten, dass herkömmliche Löschmittel bei Akku-Bränden nur eingeschränkt wirksam sind und vor allem zur Eindämmung des Brandes dienen. Spezielle Löschmittel oder taktische Maßnahmen der Feuerwehr sind hier häufig notwendig.

➡️ Mehr dazu:
Feuerlöscher – Was Sie unbedingt wissen müssen
Brandklassen – A, B, C, D und F nach DIN EN 2

Sonstige sicherheitsrelevante Einrichtungen

Zusätzlich sollten Unternehmen darauf achten, dass sicherheitsrelevante Einrichtungen auch im Notfall zuverlässig funktionieren. Dazu gehören unter anderem eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung zur Orientierung bei Stromausfällen oder starker Rauchentwicklung, klar gekennzeichnete Flucht- und Rettungswege sowie die regelmäßige Prüfung und Wartung aller brandschutztechnischen Einrichtungen. Nur wenn diese Systeme dauerhaft funktionsfähig bleiben, können sie im Ernstfall ihre Schutzwirkung zuverlässig entfalten.

Organisatorischer Brandschutz bei E-Mobilität im Unternehmen

Der organisatorische Brandschutz ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, Risiken im Zusammenhang mit Elektromobilität wirksam zu reduzieren. Technik kann unterstützen – aber das Verhalten der Menschen im Unternehmen entscheidet im Ernstfall über Sicherheit oder Schaden.

Gerade im Umgang mit Ladeinfrastruktur entstehen in vielen Unternehmen organisatorische Unsicherheiten. Häufig ist nicht eindeutig geregelt, wer welche Ladepunkte nutzen darf, ob feste Ladebereiche vorgesehen sind oder wie im Störungs- oder Brandfall vorzugehen ist. Auch Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sind in der Praxis oftmals nicht klar definiert. Fehlen entsprechende Regelungen, können schnell organisatorische Schwachstellen und unnötige Risiken entstehen.

Ein wirksamer organisatorischer Brandschutz sollte deshalb klare Vorgaben für den sicheren Betrieb der Ladeinfrastruktur schaffen und geeignete Maßnahmen im Unternehmen festlegen.

Unterweisung der Beschäftigten

Regelmäßige Schulungen sorgen dafür, dass alle Mitarbeitenden für mögliche Risiken sensibilisiert sind und im Ernstfall richtig reagieren können.

➡️ Mehr dazu:
Jährliche Brandschutzunterweisung – Pflicht, Inhalte & rechtssichere Dokumentation

Ausbildung von Brandschutz- und Evakuierungshelfern

Geschulte Brandschutz- und Evakuierungshelfer können im Notfall schnell und gezielt reagieren. Sie unterstützen dabei, Entstehungsbrände frühzeitig zu bekämpfen, Personen zu warnen und eine geordnete Evakuierung einzuleiten. Gerade im Zusammenhang mit Ladeinfrastruktur und Lithium-Ionen-Akkus kann eine schnelle und strukturierte Reaktion entscheidend sein, um Schäden zu begrenzen und Personen zu schützen.

➡️ Weitere Informationen:
Ausbildung zum Brandschutzhelfer
Evakuierungshelfer Schulung im Brandschutz

Integration in die Brandschutzordnung

Brandschutzordnung teil a din 14096Die Nutzung von Ladeinfrastruktur sollte klar in der Brandschutzordnung geregelt sein. Dazu gehören beispielsweise Vorgaben zum sicheren Laden von Elektrofahrzeugen und Akkus, Regelungen zu freizuhaltenden Bereichen sowie Verhaltensweisen im Störungs- oder Brandfall.

➡️ Mehr dazu:
Brandschutzordnung nach DIN 14096

Externer Brandschutzbeauftragter

Viele Unternehmen unterschätzen den organisatorischen Aufwand hinter der Elektromobilität. Genau hier entstehen in der Praxis die größten Schwachstellen.

Als externer Ansprechpartner im Brandschutz unterstützen wir Sie dabei, diese Strukturen aufzubauen und rechtssicher umzusetzen – praxisnah, verständlich und auf Ihr Unternehmen zugeschnitten.

➡️ Mehr dazu:
Externer Brandschutzbeauftragter

E-Bikes und Akkus im Betrieb – oft unterschätzte Brandquelle

Neben Elektroautos spielen auch kleinere Energiespeicher im betrieblichen Alltag eine immer größere Rolle. E-Bikes, Akkuschrauber oder andere Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus werden häufig im Unternehmen geladen – oft ohne klare Regelungen.

Gerade im betrieblichen Alltag entstehen hier typische Risiken, die häufig unterschätzt werden. Akkus werden beispielsweise in Büros oder Werkstätten geladen, teilweise mit beschädigten oder nicht zugelassenen Ladegeräten. Hinzu kommt, dass Akkus immer wieder auf oder in der Nähe von Fluchtwegen gelagert werden oder Ladevorgänge ohne ausreichende Aufsicht stattfinden.

Das Problem dabei: Viele dieser Situationen wirken im ersten Moment harmlos und werden daher im Alltag kaum hinterfragt – bis es im schlimmsten Fall zu einem Brand kommt.

Verhalten im Brandfall – was ist bei Akku-Bränden zu beachten?

Kommt es zu einem Brand eines Akkus oder eines Elektrofahrzeugs, gelten einige besondere Verhaltensregeln, die von klassischen Brandszenarien abweichen.

Zunächst gilt: Eigenschutz hat immer oberste Priorität.

Typische Handlungsempfehlungen sind:
  • Brand frühzeitig melden
  • Abstand halten (aufgrund möglicher Explosionen oder giftiger Gase)
  • keine riskanten Löschversuche bei größeren Bränden
  • Einsatzkräfte informieren und unterstützen

Typische Fehler in Unternehmen

In der Praxis lassen sich immer wieder ähnliche Schwachstellen erkennen, wenn es um den Brandschutz bei Elektromobilität geht.

Zu den häufigsten Fehlern in der Praxis gehört, dass Ladeinfrastruktur installiert wird, ohne bestehende Brandschutzmaßnahmen entsprechend anzupassen. Häufig fehlen zudem aktuelle Gefährdungsbeurteilungen, klare organisatorische Regelungen oder Schulungen der Mitarbeitenden. Auch unklare Zuständigkeiten und die Nutzung von Ladebereichen ohne eindeutige Vorgaben führen immer wieder zu organisatorischen Schwachstellen im betrieblichen Brandschutz.

Viele dieser Punkte sind organisatorischer Natur – und lassen sich mit überschaubarem Aufwand deutlich verbessern. Genau hier liegt auch der größte Hebel für Unternehmen, um Risiken zu minimieren und gleichzeitig rechtssicher zu handeln.

Fazit: Elektromobilität braucht durchdachten Brandschutz

Björn kuiper - kuiper brandschutz - brandschutzdozenten

Die Elektromobilität ist aus dem betrieblichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Themen wie Elektroautos, Ladeinfrastruktur und das Laden am Arbeitsplatz werden in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

Gleichzeitig zeigt die Praxis deutlich:
Der Brandschutz entwickelt sich häufig nicht im gleichen Tempo wie die Technik.

Neue Risiken – insbesondere durch Lithium-Ionen-Akkus – werden unterschätzt oder nicht ausreichend in bestehende Konzepte integriert. Dabei geht es nicht darum, Elektromobilität kritisch zu sehen, sondern sie sicher und verantwortungsvoll umzusetzen.

Unternehmen stehen hier in der Pflicht:

  • Gefährdungen realistisch zu bewerten
  • bestehende Brandschutzmaßnahmen anzupassen
  • Mitarbeitende zu sensibilisieren
  • klare Strukturen und Verantwortlichkeiten zu schaffen
👉 Die gute Nachricht:
Mit einem durchdachten Konzept lassen sich die meisten Risiken frühzeitig erkennen und gezielt reduzieren. Genau hier liegt der Unterschied zwischen „reagieren, wenn etwas passiert“ und „vorbereitet sein, bevor etwas passiert“.

Ist Ihr Unternehmen bereits auf die Anforderungen der E-Mobilität vorbereitet?

Ladeinfrastruktur, Elektrofahrzeuge und Lithium-Akkus verändern die Anforderungen an den betrieblichen Brandschutz. Häufig entstehen dabei organisatorische und technische Lücken, die im Alltag zunächst unbemerkt bleiben.

Wir unterstützen Sie dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Ihren Brandschutz praxisnah sowie rechtssicher aufzustellen.

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Häufig gestellte Fragen

Nein, grundsätzlich nicht. Allerdings unterscheidet sich der Brandverlauf deutlich. Brände von Elektrofahrzeugen können länger andauern und schwerer zu löschen sein, weshalb angepasste Brandschutzmaßnahmen erforderlich sind.

Es greifen unter anderem die Arbeitsstättenverordnung, die ASR A2.2 und A2.3 sowie die DGUV-Regelwerke. Zusätzlich sind je nach Bundesland die jeweiligen Garagenverordnungen relevant. Eine individuelle Bewertung ist in der Praxis unerlässlich.

Grundsätzlich ja – jedoch sollten klare Regeln definiert werden. Dazu gehören geeignete Ladebereiche, sichere Ladegeräte und eine Integration in das betriebliche Brandschutzkonzept.

Kleinere Entstehungsbrände können mit geeigneten Feuerlöschern bekämpft werden, sofern keine Eigengefährdung besteht. Bei größeren Bränden sollte umgehend die Feuerwehr alarmiert werden, da spezielle Maßnahmen erforderlich sind.

Arbeitgeber sind verpflichtet, Gefährdungen zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen, Schulungen und klare Regelungen im Unternehmen.

Immer dann, wenn internes Fachwissen fehlt, Unsicherheiten bestehen oder komplexe Themen wie Ladeinfrastruktur, Tiefgaragen oder größere Umbauten betroffen sind. Ein externer Brandschutzbeauftragter kann Unternehmen gezielt unterstützen und entlasten.

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